Nach einem Monat vermisse ich immer noch zu Hause. Das Aufstehen in meinem Bett, der Lichtschalter direkt am Kopfende. Elektronischer Rolladen und danach der gewohnte Blick in Richtung grün. Feld und Wald, wo ich als kleines Kind immer spielen war. Beim Treppen runter laufen schon meinen kleinen Hunter am Ende sehen, wie er die Vorderpfoten auf der untersten Treppe hat und mich schwanzwedelnd angugt, gefolgt vom "Guten-Morgen-Wuff".
Zu wissen, dass diese Situation - wenn überhaupt - erst in 11 Monaten wieder so passieren wird, ist wirklich nicht zu beschreiben. Allein ein Gedanke an meine zwei kleinen Flöhe, wie sie zu Hause im Körbchen liegen, den Kopf auf den Pfoten. Dieser Gedanke lässt mich schon irgendwie traurig werden.
Genauso wie der Gedanke an meine Freunde.
Diejenigen, die auf der Schmidtburg waren. Wo ich seid 4 Jahren ebenfalls immer war. Dort so einige witzige und auch schmerzhafte Abende erlebt hab. Mit gutem Wein und wundervollen Menschen.
Diejenigen, die nach Kenia fahren. Die ich wirklich sehr beneide und für die ich einfach nur hoffe, dass sie dort unten eine unglaublich tolle Zeit haben und noch viel mehr hoffe ich, dass sie alle wieder heil zu Hause ankommen. Dort, wo ich sie in 11 Monaten wieder sehen kann.
Ich vermisse meine Chaoten, diejenigen, die mit mir von Anfang an oder auch erst in den letzten Jahren den totalen Untergang durchlebt haben. All die, die damals in der 11. mit mir in der Aula saßen. Während Ann-Sophie auf dem Flügel spielte und wir die Tische für die Abiturienten stellten. All die, die mit mir diesen Januar in der Aula saßen und beim umdrehen der Abitur-Arbeiten fasst einen Herzinfakt bekommen haben. Manchmal mehr oder minder kurz davor waren, direkt nach vorne zu gehen, um ihrem Lehrer ins Gesicht zu spucken. Oder Ähnliches...
Jede Sekunde, die ich einfach in Deutschland verpasse. Ich vermisse jede Einzelne.
Ja, mein Leben hier ist auch toll und ja, ich liebe es und nein, ich bereue es nicht hierher gekommen zu sein. Aber zu Hause ist es eben doch schöner.
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